Eine Montageversicherung schützt Unternehmen vor Risiken und trägt dazu bei, die finanzielle Stabilität sowie die planmäßige Projektumsetzung sicherzustellen. Technische Projekte wie der Aufbau von Maschinen, Produktionsanlagen oder komplexen Stahlkonstruktionen bergen erhebliche Risiken. Bereits während der Montage können unvorhersehbare Schäden entstehen, die hohe Kosten verursachen.

Montageversicherung für das Gewerbe: Funktion & Zielgruppen

Die Montageversicherung nach AMoB 2011 ist eine spezielle Form der technischen Versicherung. Sie deckt Sachschäden oder -verluste ab, die während der Montagearbeiten an Maschinen und Anlagen entstehen können. Der Schutz erstreckt sich auf alle Arbeiten von der Anlieferung bis zur erfolgreichen Abnahme.

Zielgruppen:

  • Hersteller und Lieferanten von Maschinen und technischen Anlagen
  • Besteller und Auftraggeber von Projekten
  • Montageunternehmen sowie deren Subunternehmer

Während private Versicherungen meist auf Alltagsrisiken ausgerichtet sind, ist die Montageversicherung ein reines Gewerbeprodukt. Sie adressiert ausschließlich die speziellen Gefahren im industriellen Umfeld.

Für welche Projekte ist die Montageversicherung essenziell?

Die Montageversicherung ist wichtig für technische Großprojekte, bei denen komplexe Anlagen errichtet oder bestehende Betriebseinrichtungen modernisiert werden:

  • Aufbau von maschinellen Anlagen und Stahlkonstruktionen
  • Sanierung und Modernisierung technischer Betriebseinrichtungen
  • Errichtung von Anlagen im Bereich erneuerbarer Energien (z. B. Windkraft, Photovoltaik)

Damit ist die Versicherung ein unverzichtbarer Bestandteil im Anlagen- und Maschinenbau sowie in der Energiewirtschaft.

Versicherte Personen und Unternehmen im Detail

Die Police bezieht sich nicht nur auf den ausführenden Betrieb:

  • Versicherte sind sowohl Haupt- als auch Subunternehmer
  • Auftraggeber oder Besteller profitieren ebenfalls von der Absicherung
  • Hersteller und Lieferanten sind eingebunden, wenn ihre Komponenten während der Montage beschädigt werden

Tipp: Achten Sie darauf, dass alle Projektbeteiligten im Vertrag berücksichtigt sind, so vermeiden Sie Deckungslücken und sichern das gesamte Montagevorhaben ab. 

Leistungsumfang: Welche Risiken die Montageversicherung deckt

Die Montageversicherung folgt dem Allgefahrendeckungs-Prinzip. Das bedeutet, dass grundsätzlich alle unvorhergesehenen Beschädigungen oder Zerstörungen mitversichert sind – es sei denn, sie sind explizit ausgeschlossen.

Typische Gefahren:

Versicherte GefahrenAusgeschlossen
Brand, Explosion, BlitzschlagVorsatz des Versicherungsnehmers
Diebstahl von BauteilenNormale Abnutzung, Verschleiß

Schäden durch höhere Gewalt:

z. B. Sturm, Hagel, Überschwemmung, Blitzeinschlag

Krieg, innere Unruhen, Kernenergie
Bedienungsfehler, Montagefehler, FahrlässigkeitVertraglich nicht geschuldete Leistungen
Material- oder Konstruktionsfehler 
Unfälle während der Montage oder des Probebetriebs 
Kostenübernahme für Aufräumarbeiten und Schadensminderung 

Wichtig: Der Leistungsumfang bietet einen sehr umfassenden Schutz, dennoch sollten Unternehmen die Ausschlüsse genau prüfen, um den Versicherungsschutz optimal an ihre Projekte anzupassen.

Details zum gewerblichen Schutz der Montageversicherung

Der Versicherungsschutz gilt während drei zentraler Phasen:

1. Montagephase: Von der Anlieferung bis zum Aufbau der Anlage 

2. Erprobungsphase: Schutz während Testläufen und Probebetrieb. 

3. Nachhaftungsphase: Absicherung von Schäden, die kurz nach Abnahme auftreten. 

Darüber hinaus können auch Alt- und Anlagenteile mitversichert werden, wenn Modernisierungen durchgeführt werden. Zudem besteht Schutz bei Vandalismus oder Sabotage.

Schadenbeispiele aus der Praxis

Schäden treten oft genau dann auf, wenn sie am wenigsten erwartet werden. Die folgenden Beispiele verdeutlichen typische Szenarien, in denen die Montageversicherung greift und Unternehmen vor erheblichen Kosten schützt:

Fall 1: Ein Materialfehler erzwingt den Austausch einer Hauptkomponente.

Fall 2: Ein Sturm zerstört eine fast fertiggestellte Windkraftanlage.

Fall 3: Ein Bedienungsfehler im Probebetrieb beschädigt die Steuerung.

Diese Beispiele zeigen, wie vielseitig die Montageversicherung eingesetzt wird und wie wichtig sie ist, um den reibungslosen Projektfortschritt und die finanzielle Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten. 

Optionaler Schutz: Zusatzbausteine

Unternehmen können ihre Police um spezifische Komponenten erweitern:

ZusatzbausteinNutzen
BetriebsunterbrechungSchutz vor Umsatzeinbußen nach Montageschäden
TransportversicherungSicherung von Anlagen auf dem Transportweg
Extended MaintenanceVerlängerte Gewährleistung über die Abnahme hinaus
Innere UnruhenAbsicherung bei politischen Unruhen oder Streiks

Tipp: Zusatzbausteine sind besonders sinnvoll bei komplexen Projekten mit hohen Investitionen, da sie zusätzliche Sicherheit und finanzielle Stabilität gewährleisten.

Kosten der Montageversicherung: Wie die Prämie berechnet wird

Die Höhe der Versicherungsprämie richtet sich nach mehreren Faktoren.

  • Versicherungssumme
  • Montageart und Eigenleistungen
  • Höhe der gewählten Selbstbeteiligung
  • Laufzeit und Risikoprofil des Projekts

Hinweis: Eine realistische Einschätzung der Projektrisiken sorgt für eine faire und transparente Prämienberechnung. 

Diese Faktoren bestimmen die Höhe des Beitrags

Je komplexer und wertvoller die Montage, desto höher ist i. d. R. der Versicherungsbedarf. Die Höhe der Beiträge hängt stark von nachfolgenden Eigenschaften des Projekts ab:

  • Art und Wert des Montageobjekts (z. B. Fertigungsstraße vs. Solaranlage)
  • Umfang der Eigenleistungen und Zusatzbausteine
  • Risikoeinschätzung des Montageorts (z. B. Küstenregion, Offshore-Anlage)

Eine genaue Risikobewertung hilft, Unter- oder Überversicherung zu vermeiden und die Kosten optimal an das Projekt anzupassen. 

Kosten im Detail: Prämienbeispiele

Konkrete Beispiele verdeutlichen, wie unterschiedlich die Kosten in Abhängigkeit von Projektgröße und Risikoprofil ausfallen können:

  • Szenario 1: Photovoltaik-Anlage → Jahresbeitrag im niedrigen vierstelligen Bereich
  • Szenario 2: Neue Fertigungsstraße → Prämie abhängig von Bauwert, mittlerer fünfstelliger Bereich
  • Szenario 3: Modernisierung Stahlbau → Beitrag im unteren vierstelligen Bereich

Unternehmen können den Beitrag der Montageversicherung durch Wahl der Selbstbeteiligung und passende Zusatzbausteine aktiv beeinflussen.

Unterschied & Vergleich: Montageversicherung vs. Bauleistungsversicherung

Die Montageversicherung wird häufig mit der Bauleistungsversicherung verwechselt.

Ein Vergleich zeigt die Abgrenzung:

VersicherungFokusAbgrenzung zu anderen Policen
MontageversicherungSchutz für Anlagen & Maschinen während der MontageKeine Deckung für Bauwerke, sondern für technische Objekte
BauleistungsversicherungSchutz von Bauwerken während ErrichtungKeine Deckung für Maschinenmontagen
BetriebshaftpflichtversicherungSchutz vor Ansprüchen Dritter (Personen-/Sachschäden)Kein Schutz für eigene Montageschäden
MaschinenversicherungSchutz nach InbetriebnahmeErgänzt die Montageversicherung

Montageversicherung und Anzahlungsbürgschaft im Zusammenspiel

Im Maschinen- und Anlagenbau sind hohe Vorleistungen üblich. Auftraggeber verlangen oftmals erhebliche Anzahlungen, bevor die eigentliche Montage beginnt.

Hier ergänzen sich Montageversicherung und Anzahlungsbürgschaft ideal:

Während die Versicherung das Projekt gegen unvorhersehbare Schäden absichert, schützt die Bürgschaft den Auftraggeber vor dem Risiko nicht erfüllter Vorleistungen. Für Hersteller und Lieferanten entsteht dadurch ein doppeltes Sicherheitsnetz – sowohl für die Bauphase als auch für die Finanzierung.

Abgrenzung zu Bürgschaften im Bauwesen:

Die Bauleistungsversicherung wird häufig in Kombination mit Vertragserfüllungsbürgschaft oder Gewährleistungsbürgschaft eingesetzt, da sie Bauwerke und Bauleistungen absichert.

Im klassischen Bauwesen spielt auch die Bauhandwerkersicherung eine Rolle. Sie schützt Subunternehmer und Bauunternehmen vor Zahlungsausfällen und ergänzt die Bauleistungsversicherung, während die Montageversicherung im Maschinen- und Anlagenbau eingesetzt wird.

Der Prozess: Von der Antragsstellung bis zur Schadenregulierung

Der Abschluss einer Montageversicherung folgt einem klar strukturierten Ablauf:

  1. Antragstellung mit Projektangaben und Versicherungssumme
  2. Risikoprüfung durch den Versicherer
  3. Policenerstellung mit vereinbarten Konditionen
  4. Im Schadenfall: Meldung, Begutachtung und Regulierung

Dies erleichtert die Antragstellung, schafft Transparenz für Unternehmen und sorgt dafür, dass Risiken von Anfang an sauber bewertet werden.

Die Vorteile der Montageversicherung für Ihr Unternehmen

Die Montageversicherung bietet Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau weit mehr als nur finanziellen Schutz. Sie schafft Planungssicherheit und signalisiert Auftraggebern, dass Projekte zuverlässig abgesichert sind.

  • Finanzielle Sicherheit: Schutz vor unvorhersehbaren Kosten
  • Projektfortführung: Sicherstellung der Fertigstellung trotz Schadenfall
  • Liquiditätsschutz: Vermeidung von Liquiditätsengpässen
  • Verlässlichkeit: Signal an Auftraggeber, dass Projekte professionell abgesichert sind

Gut zu wissen: Mit einer Montageversicherung stärken Unternehmen nicht nur ihre finanzielle Stabilität, sondern auch ihr Vertrauen am Markt. 

Anwendungsbereiche: Montageversicherung in der Praxis

Der Einsatz der Montageversicherung zeigt sich besonders in Branchen, in denen komplexe und kapitalintensive Projekte umgesetzt werden. 

  • Anlagen- und Maschinenbau: Absicherung von Fertigungsstraßen und Robotik
  • Erneuerbare Energien: Schutz für Windkraftanlagen, Photovoltaikparks
  • Logistiksektor: Absicherung beim Aufbau von Hochregallagern und Fördertechnik

Je komplexer und wertvoller die technische Anlage, desto sinnvoller ist eine Montageversicherung als fester Bestandteil des Risikomanagements.

Die wichtigsten Punkte zur Montageversicherung

Die Montageversicherung schützt Maschinen- und Anlagenbauprojekte zuverlässig während Montage und Probebetrieb und lässt sich flexibel erweitern. Sie grenzt sich klar ab:

Bauleistungsversicherung mit Bürgschaftsversicherung im Bauwesen, Montageversicherung mit Anzahlungsbürgschaften im technischen Projektgeschäft. Für komplexe Projekte ist eine Montageversicherung ein unverzichtbarer Teil des Risikomanagements.

Häufige Fragen zur Montageversicherung

Die Montageversicherung ist eine Allgefahrenversicherung für technische Projekte. Sie deckt unvorhersehbare Schäden wie Montagefehler, Material- oder Bedienungsfehler sowie höhere Gewalt ab und übernimmt auch Aufräumkosten. So sind Unternehmen während Errichtung, Installation und Probebetrieb umfassend vor finanziellen Verlusten geschützt.

Der Schutz gilt bis zur erfolgreichen Abnahme des Projekts durch den Auftraggeber. Auch während Erprobung und Probebetrieb besteht Deckung. Mit der Abnahme geht die Verantwortung für mögliche Schäden auf den Betreiber oder Eigentümer über.

Die Extended Maintenance-Versicherung ist ein Zusatzbaustein zur Montageversicherung. Sie verlängert den Schutz für Mängel, die nach der Abnahme auftreten, aber auf die Montage zurückzuführen sind. So lassen sich teure Nacharbeiten vermeiden.

AMoB steht für „Allgemeine Montagebedingungen“. Sie bilden die Grundlage für Montageprojekte und regeln Pflichten sowie Deckungsumfang in der Montageversicherung.

Die Bauleistungsversicherung schützt während der Bauphase vor unvorhersehbaren Schäden an Bauleistungen, Materialien oder Einbauten und sichert so das Bauprojekt finanziell ab.