Die
Gewährleistungsbürgschaft

Das Wichtigste in Kürze - Gewährleistungsbürgschaft

Absicherung der Gewährleistungsansprüche des Auftragsgebers nach  Leistungserbringung

Durch die Bürgschaft kann der sogenannte 
Sicherheitseinbehalt 
abgelöst werden. Und wird direkt an den Auftragnehmer ausbezahlt

Somit bleibt der Auftragnehmer liquide.

Der Auftraggeber erhält durch die Bürgschaft die erforderliche Sicherheit 

Der Auftragnehmer benötigt dazu eine Bürgschaftsversicherung
(= Avalrahmen). Alternativ eine Bankbürgschaft

Was ist eine Gewährleistungsbürgschaft?

Definition:

Nach Abnahme der Werkleistung beginnt die Gewährleistungsfrist. Zur Absicherung der Gewährleistungsansprüche sichert sich der Auftraggeber (z.B. Bauherr) mit einer Bürgschaft gegenüber dem Auftragnehmer (z.B. Bauunternehmen) ab. Dies nennt man Gewährleistungsbürgschaft. Oftmals auch Mängelansprüchebürgschaft genannt.

Die Absicherung wird durch eine Bank oder einen Versicherer in Form einer Gewährleistungsbürgschaft gestellt. Bei der Bank über eine klassische Bankbürgschaft. Ein Versicherer arbeitet hingegen bei der Bürgschaftsversicherung mit einem sogenannten Avalrahmen. Innerhalb des Rahmens können mehrere Gewährleistungsbürgschaften in Anspruch genommen werden.


Für was benötigt man eine Gewährleistungsbürgschaft?

Innerhalb der vertraglichen vereinbarten Gewährleistungsfrist kann der Auftraggeber (z.B. Bauherr)  vom Auftragnehmer (z.B. Bauunternehmen) für möglicherweise auftretende Leistungsmängel einen sogenannten Sicherheitseinbehalt von maximal 5% der Rechnung einbehalten. 

Dies bindet beim Auftragnehmer über einen langen Zeitraum finanzielle Mittel, welche er in der Regel für andere Projekte benötigt. Diesen geschäftsbehinderten Vorgang kann der Auftragnehmer umgehen, indem er einen Bürgen einsetzt. Der Bürge – meist eine Versicherung oder eine Bank – verpflichtet sich gegenüber dem Gläubiger (Auftraggeber) zur Erfüllung der Gewährleistung.
Es könnte beispielsweise nach einigen Jahren dazu kommen, dass ein Bauunternehmen insolvent geht. Somit müsste der Bürge der Zahlungsverpflichtung nachkommen.
Dies wird in einer 
Bürgschaftsurkunde geregelt. Mit aushändigen der Bürgschaftsurkunde und der damit gewährten Gewährleistungsbürgschaft wird der Auftraggeber zur Zahlung der vollen Auftragssumme verpflichtet. Dadurch bleibt der Auftragnehmer liquide und wettbewerbsfähig.


Wer benötigt eine Gewährleistungsbürgschaft?

Zielgruppe / Zielbranche

Bauunternehmer, Bauhandwerker, Bauträger und Generalunternehmer; Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus sowie des Garten- und Landschaftsbaus.

Gewährleistungsbürgschaft Höhe

Die Höhe der Gewährleistungsbürgschaft beträgt maximal 5 % des Auftragswerts.

Was kostet eine Gewährleistungsbürgschaft?

Neben der klassischen Bankbürgschaft, welche Gewährleistungsbürgschafts Kosten von bis zu 5% der Bürgschaftssumme beinhalten, greifen immer mehr Unternehmen auf die Bürgschaftsversicherung bzw Kautionsversicherung zurück.

Die Kosten für eine Gewährleistungsbürgschaft liegen hier bei nur 0,75 – 1,1%. Neben den geringeren Kosten für die Gewährleistungsbürgschaft bietet die Bürgschaftsversicherung weitere Vorteile gegenüber der klassischen Bankbürgschaft.

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Gewährleistungsbürgschaft Versicherung

Der Versicherer stellt dem Auftragnehmer einen Avalrahmen bereit. Innerhalb dieses Avalrahmen kann der Auftragnehmer mehrere Avale (=Bürgschaften) in Anspruch nehmen. Dies wird auch Bürgschaftsversicherung oder Gewährleistungsbürgschaft Versicherung genannt.

Der Versicherer erhält für die Bereitstellung der Gewährleistungsbürgschaft Versicherung eine Versicherungsprämie.

Alle Informationen zum ERGO Avalrahmen und der Gewährleistungsbürgschaft Versicherung der ERGO finden Sie hier.

Ablauf einer Gewährleistungsbürgschaft

Beispiel Bauträger:

Öffentliche Ausschreibung: Bau einer Schule

Ablauf:

  1. Abnahme – Fertigstellung der Schule
  2. Grundgeschäft – Abnahme durch Stadt; Beginn der Gewährleistung
  3. Bedingung – Abgabe der Bürgschaft an die Stadt für evtl. Gewährleistungsansprüche
  4. Bürgschaftsart – Gewährleistungsbürgschaft durch eine Bank oder Versicherer
  5. Bürgschaftshöhe – maximal 5 % des Auftragswerts

Beispiel Maschinen- und Anlagenbau:

Automobilkonzern schreibt Vorhaben aus: Bau einer Produktionsstraße

Ablauf:

  1. Übergabe der Maschine – Fertigstellung der Produktionsstraße
  2. Grundgeschäft – Abnahme durch Automobilkonzern; Beginn der Gewährleistung
  3. Bedingung – Abgabe der Bürgschaft an Automobilkonzern für evtl. Gewährleistungsansprüche
  4. Bürgschaftsart – Gewährleistungsbürgschaft durch eine Bank oder Versicherer
  5. Bürgschaftshöhe – maximal 5 % des Auftragswerts

Sonstiges zur Gewährleistungsbürgschaft?

Einzelbürgschaft für den Auftraggeber; Bürgschaftstext durch größere Auftraggeber und im öffentlichen Sektor oft vorgegeben.